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Thoughts

Wahrnehmung von außen

Monday, December 06, 2004 @ 7:46 PM
Genau wie die meisten Eltern wenig über das Down-Syndrom wussten, bevor sie dazu mehr oder weniger gezwungen wurden, hat die breite Öffentlichkeit genauso wenig Erfahrung damit. Als Eltern und Mitbürger ist es unsere Aufgabe, das mangelnde Wissen um uns herum sanft auszumerzen. Es gibt Wege, die Spaß machen und nicht unsere positiven Energien erschöpfen.

Als Jordan klein war (und ich meine klein – ständig um Monate und später Jahre unterschätzt) habe ich ihm superniedliche Outfits angezogen. Kniestrümpfe, die zur Mütze passten und die wiederum zum Pullover. Ich habe drei Jungen und vom modischen Standpunkt her war das das höchste der Gefühle. Jedenfalls sind wir nie aus dem Haus gegangen, ohne dass Jordan in einem seiner süßen Outfits war.

Wenn ihn also im Supermarkt jemand anstarrte, ging ich automatisch davon aus, dass es deswegen war, weil er so absolut niedlich angezogen war. Ich sprach die jeweilige fremde Person an, ungefähr so: „Mir ist aufgefallen, dass Sie meinen Sohn so anstarren, sieht er mit seinem Käppi und der Jacke nicht süß aus?“ Worauf die Leute ziemlich verlegen antworteten: „Ähem, ja, er ist sehr süß und ziemlich klein, wie alt ist er denn?“ Auf diese Weise hatte ich die Möglichkeit zu erwähnen, dass er Down-Syndrom hat und dass Kinder mit Down-Syndrom für gewöhnlich kleiner sind als Gleichaltrige. Zum Ende des Gesprächs schnitten Jordan und der neugierige Erwachsene sich gegenseitig Fratzen und lächelten sich an. Jordan zeigte an der Kasse z.B. auf Buchstaben oder zählte etwas und die Person bewunderte sein Wissen.

Ein weiterer Mensch weiß nun ein kleines bisschen mehr über das Down-Syndrom, das durch das Zusammentreffen mit Jordan ein Gesicht bekommen hat. So können wir als Eltern die Welt für unsere Kinder etwas weniger holprig machen.

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